Ein Auto kann auf Fotos und im Stand perfekt wirken – wie es wirklich um Technik und Fahrverhalten steht, zeigt erst die Probefahrt. Sie ist der wichtigste Termin vor dem Kauf und sollte niemals übersprungen werden. Mit dieser Anleitung holen Sie das Maximum aus der Testfahrt heraus.
Vor dem Losfahren: der Kaltstart
Bitten Sie darum, das Fahrzeug selbst zu starten – idealerweise mit kaltem Motor. Der Kaltstart ist einer der aufschlussreichsten Momente überhaupt:
- Springt der Motor sofort und ohne langes Orgeln an?
- Läuft der Leerlauf ruhig, ohne Schwankungen?
- Gibt es auffällige Geräusche wie Rasseln, Klappern oder Pfeifen?
- Was zeigt der Blick in den Rückspiegel: bläulicher oder tiefschwarzer Rauch beim Start?
Prüfen Sie außerdem, ob nach dem Start alle Kontrollleuchten erlöschen. Eine dauerhaft leuchtende Motorkontrollleuchte ist ein klarer Grund, nachzufragen.
Während der Fahrt: systematisch testen
Fahren Sie mindestens eine halbe Stunde und suchen Sie bewusst unterschiedliche Bedingungen: Stadtverkehr mit Stop-and-go, Landstraße mit Kurven und wenn möglich ein Stück Autobahn.
- Lenkung: Läuft das Auto geradeaus, ohne zu ziehen? Gibt es Spiel oder Vibrationen im Lenkrad?
- Bremsen: Bremst das Fahrzeug spurtreu und ohne Rubbeln? Ein Lenkradzittern beim Bremsen deutet auf verzogene Bremsscheiben hin.
- Getriebe: Lassen sich alle Gänge sauber und ohne Kratzen einlegen? Bei Automatikgetrieben: Schaltet es ruckfrei und ohne Verzögerung?
- Kupplung: Kommt der Druckpunkt sehr spät, kann die Kupplung verschlissen sein. Ein kurzer Test: im höheren Gang bei niedriger Drehzahl beschleunigen – dreht der Motor hoch, ohne dass das Auto entsprechend schneller wird, rutscht die Kupplung.
- Fahrwerk: Poltert es auf schlechten Straßen? Schaukelt das Auto nach Bodenwellen lange nach?
- Geräuschkulisse: Schalten Sie Radio und Gebläse zwischendurch aus und hören Sie bewusst hin.
Elektronik und Komfort nicht vergessen
Testen Sie in einer ruhigen Minute alle elektrischen Funktionen: Fensterheber, Spiegel, Sitzverstellung, Klimaanlage (kühlt sie wirklich?), Sitzheizung, Infotainment, Rückfahrkamera und Assistenzsysteme. Gerade bei moderneren Fahrzeugen können defekte Steuergeräte teuer werden.
Nach der Fahrt: der zweite Blick
Stellen Sie das Auto ab und schauen Sie noch einmal unter das Fahrzeug und in den Motorraum: Frische Tropfstellen von Öl oder Kühlflüssigkeit sind Warnsignale. Auch ein Blick auf den Kühlwasserbehälter lohnt sich – Ölschlieren darin können auf ein ernstes Problem hindeuten.
Notieren Sie sich alle Auffälligkeiten. Seriöse Verkäufer beantworten Rückfragen offen und lassen sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Wie Sie die restlichen Punkte vor dem Kauf prüfen, lesen Sie in unserer großen Kauf-Checkliste.
Fazit
Eine gute Probefahrt ist kein Spaziergang, sondern ein systematischer Test – vom Kaltstart bis zum zweiten Blick in den Motorraum. Bei uns in Frankenthal gehört die ausgiebige Probefahrt selbstverständlich zu jedem Fahrzeug dazu: Suchen Sie sich Ihren Kandidaten im Fahrzeugbestand aus und vereinbaren Sie einen Termin – wir nehmen uns die Zeit, die eine gute Entscheidung braucht.




